Der Fastnachtszug zieht in Richtung der alten Schmogrower Mühle Foto: Jörg LehrackHahnschlagen in Schmogrow Foto: Stephan LausitzDas alte Wartehäschen der einstigen Spreewaldbahn (1898 bis 1970) am Bahnhof Schmogrow.Fehrow Foto: MöbesTreckertreffen in FehrowBeim Hahnschlagen in Schmogrow Foto: Stephan Lausitz
 

Fehrow im „Alarmzustand“

Meldung aus Fehrow
Fehrow im „Alarmzustand“ (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Fehrow im „Alarmzustand“

Bereits zum elften Mal wurde Fehrow in den vergangenen Wochen zum Mekka der Theaterliebhaber. „Falscher Alarm“ hieß das aktuelle Stück der „Theaterfreunde Fehrow e.V.“, mit dem sie in zehn Vorstellungen über 2.000 Zuschauer begeistern konnten. Das Fehrower Traditionsgasthaus Lucas verwandelte sich dazu in bewährter Weise in eine Bühne. Dabei blieben die Fehrower Theaterenthusiasten um Vereinschefin Kerstin Günther ihrem Motto treu: Die Menschen zum Lachen zu bringen, ihnen einige unbeschwerte Stunden in der Welt des Theaters zu bescheren und den Alttag vergessen zu lassen - das sehen die Fehrower Theaterfreunde als ihre Aufgabe an. Und diese Aufgabe haben sie auch in diesem Jahr mit Bravour gemeistert.
In seiner bewährten, amüsant und kurzweiligen Art führte Joachim Pfennig die Gäste in das Stück ein. Ihrem Anspruch, dem Stoff ihren eigenen, eben den typisch Fehrower Stempel aufzudrücken, sind die Schauspieler auch in diesem Jahr voll und ganz gerecht geworden. Denn Meterware kommt in Fehrow nicht auf die Bühne - jedes Stück wird individuell zugeschnitten.
Der beliebte Bürgermeister Otto Schuster (Manfred Budich) hat seine Gemeinde fest im Griff  oder glaubt dies zumindest. Denn im eigenen Dorf macht ein nächtlicher Alarmbläser, welcher den Leuten nachts den Schlaf raubt, die Gegend unsicher. Opa Gustav (Jürgen Menzel) und Magd Renate (Karin Markus), mit der er gern und ständig seinen Schabernack treibt, legen sich gemeinsam auf die Lauer, um den nächtlichen Ruhestörer zu erwischen. Gemeinsam mit dem „Dorfpastore“ (Jürgen Eckert) sorgt der verschmitzte Opa auch dafür, dass die Tochter des Hauses, Gabi (Janine Budich), den armen Knecht Peter (Maik Bachmann) heiraten darf und nicht, wie vom Bauern beim Viehmarkt in Burg ausgehandelt, den dummen Bauernsohn Arno (Joachim Pfennig) aus „Drachenhausen“. Dabei sind sich Gabi und Bäuerin Walli (Kerstin Günther) längst einig - nur der Bauer muss von den Hochzeitsplänen in seinem Haus noch überzeugt werden. Zur Überraschung aller wird am Schluss der nächtliche Bläser doch noch entlarvt. Dabei kommt die Bäuerin nicht gut weg, denn sie hat den Einwohnern den Schlaf geraubt, wohl aber auch mit ihrem nächtlichen Alarmblasen dafür gesorgt, dass die Männer, und besonders der ihrige, nicht mehr alle Tage (und vor allem Nächte) im Wirtshaus zubringen.
Irrungen und Wirrungen in schier endloser Folge, eine „kriminelle“ Handlung mittendrin und am Ende kriegen sich noch zwei Liebende. Das ist der Stoff, mit dem in Fehrow auch in diesem Jahr wieder Theatergeschichte geschrieben wurde.
Zu erleben waren natürlich die seit vielen Jahren bekannten und beleibten Theaterakteure aber mit Janine Budich, die in den vergangenen Jahren bereits als Regisseurin von sich Reden machte, und Maik Bachmann feierten gleich zwei neue Theaterfreunde auf der Fehrower Bühne ihr Schauspieldebüt. Mit kleinen Spitzfindigkeiten über die kleinen und großen Dinge im Dorf wurde ebenso nicht gespart, wie mit erhobenen Zeigefingern und Augenzwinkern über die Probleme der großen Politik: von großer Koalition in Fehrow bis zum Wunsch des Pastore, sich im „Bistum Fehrow“ ein Schlösschen wie sein Amtsbruder in Limburg zu bauen,.
Hinter der Bühne hielten Katja Donath und Dieter Fiedermann die Fäden fest in den Händen. Zu danken ist auch Tobias Günther und Robby Piepka, die den Einlass und die Betreuung der Gäste meisterten.
Viel Arbeit liegt mit dem letzten Vorhang am 17. November hinter den Vereinsmitgliedern. Vom Bühnenbild über die Kostüme bis hin zur Organisation, dem Kartenvorverkauf und der Inszenierung machen die wenigen Vereinsmitglieder alles selbst. Eine  logistische Meisterleistung. Von alledem merken die Zuschauer natürlich nichts. Begeistert sind sie vom Können und der Leichtigkeit, der Aktualität aber auch dem Witz der Darbietung. Stehende Ovationen sind ein schönes Dankeschön für eine gelungene Theatersaison. Bleibt die Vorfreude auf das kommende Jahr und die Hoffnung, dass der letzte Vorhang in Fehrow noch lange nicht fällt … S. Schmoger