Ortsteil Fehrow

Niedersorbischer Name: Prjawoz

Fläche: 1.952 Hektar

Einwohner: 375

 

Weithin sichtbar grüßt die Fehrower Kirchturmspitze den Reisenden. 1875 eingeweiht ist das Gotteshaus damals wie heute das Wahrzeichen des Ortes. Noch älter und ebenso das Ortsbild prägend ist das ehrwürdige Gasthaus Lucas. Schon 1652 wird ein Gastwirt in Fehrow erwähnt. Beide Gebäude bilden den Rahmen für den neugestalteten Dorfplatz in der Ortsmitte, auf dem die Einwohner viele Feste feiern. Der Maibaum findet hier alljährlich seinen Platz, ebenso der kleine Kinder-Maibaum. Die Pflege der wendischen Bräuche wird bereits bei den Kleinen groß geschrieben. So werden in der kommunalen Kindertagesstätte „Małe myški“ (zu Deutsch „Kleine Mäuse“) Fastnacht oder Hahnrupfen gefeiert. Die Kita befindet sich in der 1937 eröffneten und bis 1980 unterhaltenen Schule. Untergebracht sind im Gebäude heute auch das Gemeindezentrum und der Jugendclub. Der ehemalige Schulacker wurde 1974 zum Sportplatz des SV Blau-Weiß Fehrow. Neben Sport und Traditionen wird die Bühnenkunst gepflegt. Seit sieben Jahren gibt es die Theaterfreunde Fehrow, die jährlich einen Schwank inszenieren.

 

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Fehrow 1362. Erste archäologische Funde um Fehrow stammen jedoch aus der Steinzeit, andere aus der „Römischen Kaiserzeit“. Größte und wichtigste Funde aber gehören zu einem Urnenfeld der „Lausitzer Kultur“ in der Bronzezeit. Bis 1550 gehörte Fehrow zum Amt Peitz. Zweimal brannte das Dorf ab – das letzte Mal 1868, als das Feuer den Ort bis auf fünf Gehöfte vernichtete. Fehrows Wurzeln reichen in jene Zeit zurück, als es hier noch keine Brücken gab. Diesem Umstand verdankt der Ort in der Spreeniederung seinen Namen: Im Mittelalter führte eine wichtige Handelsstraße, die so genannte Salzstraße, durch Fehrow. Die Bauern zogen die Pferdegespanne der Kaufleute, die zwischen Frankfurt/Oder und Böhmen unterwegs waren, mit Ochsen durch Malxe und Spree. Durch diese Überfahrt oder Furt ist wahrscheinlich der Name Fehrow entstanden. Der wendische Name lautet Prjawoz, was auf Deutsch durchschleppen oder durchführen heißt. Eine Furt, zugleich Haltestelle für Kähne, hieß Kisy, na Kisach, weil dort unzählige Kiesfuhren verladen wurden. Der Kies wurde u. a. für den Bau der Straße nach Striesow benötigt. Dieser Name „Kiesse“ hat sich bis heute als Straßenname gehalten, Heute gibt es hier wieder eine Kahnanlegestelle am Großen Fließ. Mit Paddelboot oder Spreewaldkahn kann man Halt machen.

 

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Die Fehrower Kirche.

 

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Besonderheit des neugestalteten Fehrower Dorfplatzes ist der große Kahn. Gemeinsam mit angedeuteten Brücken soll damit die Zugehörigkeit zum Spreewald demonstriert werden.