Ortsteil Schmogrow

Niedersorbischer Name: Smogorjow

Einwohner: 497

 

Vom wendischen Begriff „smogor“ für Torf rührt der Name Schmogrow her. Die Schreibweise des Ortes änderte sich allerdings im Laufe der Jahrhunderte mehrmals. Von 1574 bis 1832 gehörte der Ort gesetzlich und fiskalisch zum Amt Peitz, danach bis 1874 zum Amt Cottbus. Auch die Kreiszugehörigkeit wechselte oft zwischen den Kreisen Calau, Cottbus und Lübben. Eingepfarrt ist Schmogrow – wie auch Fehrow – nach Briesen. Seit 1955 finden kirchliche Veranstaltungen im Gemeindehaus statt.

 

Zu Schmogrow gehört der Gemeindeteil Saccasne, der 1753 als selbstständiges Dorf im Zuge der Siedlungspolitik Friedrichs des Großen entstand. Bis 1938 war Saccasne eigenständig, wurde dann nach Schmogrow eingemeindet und kurz darauf wieder „entlassen“. Später wurde es erneut Teil von Schmogrow, was es bis heute geblieben ist. Der Schmogrower Lehrer Adolf Jakubaschk schrieb 1935 in seinen Notizen zur Schmogrower Heimatkunde: „Die Kolonie Saccasne wird 1753 auf dem Gebiet der Schmogrowschen Saccasne, eine mit Eichen bestandenen Bruchland gegründet. Aber auch im Pusch in der Gegend des heutigen Bahnhofs wurden 11 Kolonisten von diesem großen Wohltäter (Preußenkönig Friedrich II. – die Red.) des Spreewaldes angesiedelt.“

 

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Der neu gestaltete Dorfplatz in Saccasne.

 

Durch die wirtschaftliche Not in den Jahren 1853 bis 1887 wanderten viele Einwohner nach Australien, Kanada und den USA aus. Hochwasser und Trockenperioden verursachten Ernteschäden, die besonders den landwirtschaftlich geprägten Spreewald betrafen. Erst durch Meliorationsmaßnahmen und den Bau des Nordumfluters von 1972 bis 1980 entspannte sich die Lage.

 

Schmogrow zählt heute ca. 500 Einwohner, von denen sich viele für ihren Heimatort engagieren. Davon zeugen die vielfältigen Aktivitäten der Vereine, die dafür sorgen, dass es monatlich wenigstens eine Veranstaltung gibt. Vom spontan organisierten Rodelfest über die traditionelle wendische Fastnacht, das Hahnschlagen, das Sportfest und Reitturniere bis hin zu Veranstaltungen des Männerchores und Traditionsvereines. Als Gemeindezentrum hat sich die alte Schule entwickelt. 2008/09 saniert befinden sich hier neben dem Gemeindebüro und Wohnungen auch Räume für Vereine.

 

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Die alte Schmogrower Dorfschule ist heute das Gemeindezentrum

 

Als Nachbarort des Kurortes Burg (Spreewald) möchte Schmogrow für Gäste attraktiver werden. So wird der Ortseingang am Großen Fließ/Malxe neu gestaltet, um Wasserwanderern, Radtouristen und anderen Gästen ein Platz zum Rasten und Informieren zu bieten. Wer länger verweilen möchte, den laden Pensionen ein.

 

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So sah Heimatmaler Adolf Lehmann die Schmogrower Dorfstraße 1931.

 

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Die Schmogrower Dorfstraße heute.